Allerweltsumarmung...

Wenn die Erde weinen könnte, glaube ich, dass sie sich von mir anstecken lassen würde. Den Tränen freien Lauf lassen, weil es einfach nicht anders geht. Glück ist alles, was nicht Unglück ist. Sollte man meinen. Doch ist es auch wirklich so? Es gibt Aspekte die andere übertreffen, alles überstrahlen, so negativ sie auch sind. Komisch, dass einen Negatives viel mehr einnimmt als Positives. Dinge, die einem immer wieder den Schmerz, die Trauer und auch die Enttäuschung in die Augen treiben. Ein Wimpernschlag und das Meer wird größer, Träne für Träne. Es ist das Schwerste gegen den eigenen Strom anzukämpfen. Sich selbst zu besiegen scheint manchmal unmöglich.

Manchmal denke ich darüber nach, ob Wegrennen eine Lösung wäre. Weg so schnell es geht, auf dem schnellsten Wege. Ohne Rücksicht auf Verluste, genau so wie es auch andere tun. Wieso muss immer ich links und rechts schauen? Ja ich bin anders. Für viele sicherlich im negativen Sinne. Meinen innersten Kern kennt niemand. Nicht einmal der einzige Mensch, der es je geschafft hat mich zutiefst zu berühren. Es erscheint doch als besser, wenn andere nicht alles kennen, lehrt mich dies doch die Erfahrung. Wegrennen ist solange gut wie man rennt. Solange man auf der Flucht ist. Erreicht man den Endpunkt, bricht alles zusammen. Man ist zwar weg, aber die Gedanken, die Sorgen, das was einen flüchten lies, ist immer noch da. Man kann es nicht abschütteln, es unterwegs abhängen. Es haftet, leider viel zu sehr an mir. Schmerz ist ein haftendes Element. In solchen Situationen muss man Stärke zeigen. Aber ich bin nicht stark. Wie schaffen es dann Menschen wie ich? Muss ich deshalb daran zerbrechen? Zerbrechen, nur weil ich so verletzlich bin, so verwundbar?

Ich kann mich nicht mehr im Kreise drehen, nicht mehr schreien vor Glück. Möchte nicht mehr die Welt umarmen. Es fällt mir viel zu schwer die Arme zu erheben. Ich bin schwerfällig. Meist sitze ich nur stundenlang da, schaue vor mich hin. Ja manchmal schaffe ich es sogar die Augen zu schließen, die äußeren Einflüsse zu vergessen. Mein Kopf wird niemals aufhören sich Gedanken zu machen. Zum tausendsten Mal spiele ich alle Situationen der vergangenen Zeit durch, nur um den Fehler zu finden. Den Moment in dem ich hätte etwas anderes tun müssen um heute nicht so dazustehen. Es ist nicht schlimm, dass ich alleine bin, dass ich mich einsam fühle und oft weine. Es ist ein Stück weit auch meine Art im Leben klarzukommen. Es ist nicht immer alles so wie es scheint und ich scheine fröhlich zu sein. Es ist nur schlimm, dass mein Herz gebrochen ist. Nicht entzwei, sondern in tausend kleine Teile. Ich weiß nicht, wie ich es jemals wieder zusammenfügen soll. Zu viele Menschen haben sich einen Teil davon erschlichen und sind dann gegangen. Viele bei denen ich es verkraften kann und einer, dem ich es nie verzeihen werde. Nicht, weil ich ihn hasse, sondern weil er der einzige Mensch ist, der mein Herz je so tief berührte. Der einzige Mensch, der mich öffnen konnte. Durch ihn habe ich mich stark gefühlt, konnte zum ersten Mal meine eigenen Grenzen überwinden, zum ersten Mal aus mir herauskommen. Ich konnte meine schönste Blüte zeigen. Doch jetzt, jetzt stehe ich wieder im Schatten, verschlossen und ungeachtet von der Perfektion der vergangenen Tage. Aus meiner gewohnten Umgebung hast du mich entführt in deine Welt. Ein schönes Leben, eine Perfektion die ich oft nicht mehr begreifen konnte. Vielleicht war es das, was mich letztendlich im Winde umknicken lies. Die Tatsache, dass es zu schön wäre um wahr zu sein.

Abgestellt und ausgetauscht. Ich werde schon wieder neue Wurzeln schlagen. Wenn es so einfach wäre, hätte ich es längst getan. Ich habe Jahre gebraucht um nahrhaften Boden zu finden und werde Jahre brauchen um mich wieder fest auf einen Boden stellen zu können. Ich bin eingeknickt, wahrscheinlich ein Stück weit vor mir selbst. Ich habe immer gewartet bis der Moment kommt, der dieses Glück, diese in Worte nicht fassbare Harmonie zerstört. Es war perfekt, doch deine Vergangenheit, dein Leben lies uns nicht die Möglichkeit diese Perfektion zu leben. Am Ende war ich selbst der zerstörende Moment. Nicht, weil ich es so wollte. Dafür liebe ich dich zu sehr. Sondern, weil ich es nicht mehr konnte, nicht mehr die Kraft dazu aufbringen konnte zu akzeptieren, dass ich nicht die alleinige Perfektion bin. Ich kann teilen, aber nicht dich.

Welt, ich würde dich gerne umarmen, aber ich kann nicht. Fühle die Kraft dazu nicht. Schaue mich doch bitte nicht so an, ich kann nicht lächeln. Ja Welt, ich hoffe auch, es wird irgendwann besser, irgendwann ertragbar. Vielleicht irgendwann so, dass ich ohne glücklich sein kann...

Liebe Welt, kannst du nicht anhalten und mich aussteigen lassen? Für mich fehlt ein Stück hier, ich muss es suchen...

[myhello]

22.3.09 22:26

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